Einfach mal die Fresse halten

Wer kennt nicht die bekannte Szene aus dem Disney Klassiker „Bambi“, in der das Häschen Klopfer dem Rehkitz Bambi die Lehre seiner Mutter nahelegt:

„Wenn man nichts nettes zu sagen hat, soll man lieber gar nichts sagen!“

Natürlich ist das nicht pauschal auf alle Lebensbereiche zu übertragen und natürlich gibt es auch Situationen, in denen konstruktive Kritik durchaus notwendig und berechtigt ist. Die Intention in solchen Szenarien ist es nämlich, mittels seiner Kritik oder gegebenenfalls auch „nicht so netten Worte“ eine andere Person zur Reflexion anzuregen oder ihr aufzuzeigen, wie sie etwas positiv verändern kann. Dies ist absolut gerechtfertigt, da wir häufig das Gespür für unsere eigenen Taten und unser Handeln mit der Zeit verlieren. Wir entwickeln Muster im Verhalten, von denen wir eventuell gar nicht mehr bemerken, dass sie destruktiv sind, oder sind so begeistert von einer Idee oder einem Projekt, dass wir keine Schwächen dessen mehr erkennen.

In solchen Fällen ist es überaus hilfreich, wenn eine außenstehende Person uns mit den dafür notwendigen Worten verdeutlicht, dass etwas nicht gut läuft. Inwieweit du selbst die Kritik annimmst, liegt dann in deinem eigenen Ermessen und ist auch ein anderes Thema.

Der Kern der Aussagen zielt meiner Meinung nach auch viel mehr auf einen Bereich ab, in dem ich voll und ganz zustimmen würde und es definitiv angebracht ist, lieber einmal nichts zu sagen, oder um es etwas schärfer zu formulieren: „Einfach mal die Fresse zu halten!“

Wer kennt sie nicht, diese Menschen, die scheinbar immer und überall ihr Meinung bzw. ihren Kommentar zu einem beliebigen Thema oder einem Umstand hinzufügen müssen. Das Ziel der Äußerungen ist dann teilweise kein anders, als den gegenüber bewusst zu negieren, sich schlecht fühlen zu lassen, ihn von der eigenen Meinung/ Ansicht überzeugen oder so ähnliche Dinge.

Wenn man ein diesen Menschen noch ein gewisses Pensum an Toxizität zuspricht, kann es auch vorkommen, dass sie einfach nur „negative“ und verletzende Äußerungen treffen, um dich gezielt zu verletzte, dein Ego zu drücken, oder um sich selbst auf ein Podest zu heben.

In diesen Fällen ist es absolut gerechtfertigt, sich zu überlegen, ob man nicht einfach mal die Fresse halten sollte.

Jeder der selbstreflektiert genug ist, um zu erkennen, dass er aus den falschen Beweggründen Äußerungen trifft, sollte sich einmal ganz bewusst die Frage stellen:

„Was beabsichtige ich?“

Wenn du ehrlich zu dir selber bist, bemerkst du an dieser Stelle viel zu oft, dass du gerade einfach nur auf Kosten anderer Dampf ablassen willst. Es bringt keine der Parteien weiter, wenn unkonstruktive Kritik geäußert wird. Dein gegenüber soll sich schlecht fühlen, das ist deine Absicht! Du kannst noch so sehr versuchen, dir einzureden, dass das nicht so ist, aber in Wahrheit bezweckst du in diesen Momenten nichts anderes.

Ein Beispiel:

Person A schafft es nicht, einen Verabredung mit Person B wahrzunehmen. Person A sagt schon im Vorfeld, dass sie einen stressigen Tag hat und es deswegen heute nicht schaffen wird. Person B sagt, dass es in Ordnung sei.

Person C bekommt die Situation mit und äußert folgenden Satz: