• Nadine

Dankbarkeit

Vorweihnachtszeit - Eigentlich eine Zeit, in der die Nächstenliebe, Harmonie und Besinnlichkeit im Fokus unserer Handlungen stehen sollten.


Dieses Jahr ist jedoch, bedingt durch die Corona-Pandemie, einiges anders. Meiner Meinung nach verspürt man dies enorm in dem Verhalten und dem Mindest der Menschen. Ich gebe dir ein kurzes Beispiel, um zu verdeutlichen, was ich meine.

Dazu zeige ich dir zwei zwischenmenschliche Interaktionsszenarien auf, die mir in der letzten Woche passiert sind.

Szenario 1:

Ich ging mit meinem Hund spazieren. Dieser lief angeleint neben mir auf dem Gehweg. Ein vorbeifahrender Fahrradfahrer schrie mich an und fragte dabei, wie ich nur so behindert sein könne.


Was meinte er damit? Wieso haben ich und mein Hund ihn gestört?

Diese Fragen könnte ich mir stellen. Auch könnte ich ihn zurück anschreien und meinem Unmut über die ungerechtfertigte Beleidigung Ausdruck verleihen.

Was habe ich also gemacht? Nichts davon! Aber dazu gleich mehr.


Szenario 2:

An einer Kasse im Supermarkt drehte sich ein älterer Herr um und pampte die Frau hinter ihm an, sie solle verdammt nochmal Abstand halten!


Als objektive Zuschauerin könnte ich sehen, dass sie allemal den Mindestabstand einhielt, dennoch schien der Herr es für notwendig zu erachten, die Frau in forschem Ton anzumeckern.



Festzuhalten bleibt also, dass ich den Eindruck habe, dass dieses Jahr die "Weihnachtsstimmung" von einer dunklen Wolke namens Corona überdeckt wird. Die Menschen scheinen, obwohl nie zuvor so viel Zeit vorhanden war, gestresster als jemals zuvor. Woher kommt dieser Stress? Ja Restriktionen quälen uns alle, Isolation, Angst, Veränderungen und Lethargie. Aber warum scheinen manche Menschen so viel anfälliger dafür zu sein? Sie halten es für nötig ihren Frust an völlig Fremden scheinbar willkürlich auszulassen, sobald ihnen auch nur der minimalste Anlass dafür geboten wird. Was ist das für eine Gesellschaft in der diesjährigen Vorweihnachtszeit?

Ich kann es dir sagen! Es ist eine Gesellschaft, die vergessen hat, Dankbarkeit zu verspüren. Ja mag sein, dass es aktuell schwerer ist, die Gedanken auf etwas Positives zu richten, ja mag sein, dass es zur Zeit in dem ein oder anderen Leben, nicht so viel Positives gibt, aber es ist da! VERSPROCHEN!