Dankbar sein und Dankbarkeit erleben

Nahezu überall hört man momentan davon, dass man Dankbarkeit praktizieren soll. In diesem Zusammenhang sollen wir wieder lernen dankbar zu sein. Sogenannte Achtsamkeitstagebücher und Graditude-Listen fluten auf Social Media und generell im Internet alle Kanäle. Aber warum?

Heute wollen wir einmal der Frage nachgehen, ob dieser ganzen Hype eine Existenzberechtigung verdient.

Damit das auch fundiert stattfinden kann, müssen wir zuerst einmal einen Blick auf unser Gehirn werfen. Wie so oft ist dieses nämlich maßgeblich daran beteiligt, wie wir uns fühlen und da Dankbarkeit ein Gefühl ist, führen mal wieder alle Wege in unseren Kopf.

Stell dir einmal dein Unterbewusstsein, also alles das, was du wahrnimmst als Flasche vor. Der Flaschenhals, die Verengung vom Eingang der Flasche zum Inneren ist dein Filter. Dein Gehirn filtert quasi alle Eindrücke und nur die Dinge, die den Flaschenhals passieren „dürfen“, werden an dein Bewusstsein weitergeleitet und gelangen ins innere der Flasche. Erst jetzt nimmst du diese Dinge bewusst wahr. Wäre das nicht so, also würde dein Gehirn nicht diese Selektionsfunktion übernehmen, würden wir auf Grund der Fülle an Informationen verrückt werden. Es wäre eine komplette Reizüberflutung und nicht zu verarbeiten.

Was hat das aber mit Graditude Listen und der Praktizieren von Dankbarkeit zu tun?

Ganz einfach. Es ist nachgewiesen, dass wir durch die bewusste Fokussierung auf positive Dinge, denen wir dankbar sein können, weil sie unser Leben bereichern unser Bewusstsein darauf trimmen, diese Dinge im Alltag vermehrt wahrzunehmen. Wir lassen sie also häufiger den Flaschenhals passieren, anstatt sie unbewusst auszusortieren. Unsrer Gehirn lernt durch das regelmäßige etablieren von z.B. 5 Minuten am Tag, an denen wir Dankbarkeit praktizieren, weil wir Dinge aufschreiben, für die wir dankbar sind, das dies wichtig für uns zu sein scheint und steuert unser Unterbewusstsein dahingehend, solche Dinge im Alltag zu erkennen und an das Bewusstsein weiterzuleiten.

Studien zeigen, dass drei Monate tägliches Praktizieren von Dankbarkeit dazu führt, dass diese Mechanismen aktiviert werden. Danach reicht es vorkommen aus, dass man sich nur noch zwei bis drei mal in der Woche die Zeit nimmt und bewusst reflektiert, wofür man dankbar sein kann.

Langfristig fokussieren wir so quasi unseren Blick auf positive Aspekte im Leben und negative Glaubenssätze und Gedanken müssen ein Stück weit weichen. Natürlich ist das keine Wunderpille, jedoch ein interessantes Gadget, um den Fokus im Leben bewusst zu manipulieren :).

Mein Fazit: Ich bin absoluter Fan von Graditude Listen. Klar, manche übertreiben das Praktizieren von Dankbarkeit, jedoch gibt es in jeder Sparte Extreme. Für mich hat die Fokussierung und Visualisierung auf die Dinge im Leben, für die ich dankbar sein kann, einen erheblichen Benefit gebracht. Angefangen habe ich damals mit dem 6-Minuten-Tagebuch, welches einigen von euch vielleicht bekannt ist. Mittlerweile habe ich ein eigenes Notizheft in dem ich regelmäßig (nicht mehr täglich) aufschreibe, wofür ich dankbar sein kann.